Wer verbirgt sich eigentlich hinter Daniel Voigt???

Der da auf der Bandit...

.. und watt macht der so??

 

Schon im zarten Alter von 8 Jahren stand für mich fest: Wenn ich mal groß bin,
dann kaufe ich mir ein Motorrad! Zu dieser Zeit ging der größte Teil meines
Taschengeldes für Motorradzeitschriften und Bücher drauf, die ich so gierig
verschlang wie der (hier fiktive) große Bruder damals den Playboy :o)
Mein Wunsch, als 16 Jähriger eine 80er zu fahren, wurde aus mangelnder
elterlicher Kooperativität, über die ich aber im Nachhinein recht froh bin,
begraben.
Nachdem ich mir während meiner Zeit beim Bund genügend Geld zusammengespart
hatte, machte ich Ende '98 meinen 1a Führerschein (Auto bin ich schon vorher
gefahren, aber wen interessieren schon Autos :o) ) und holte mir ein paar
Monate später, im Januar '99, mein erstes eigenes Mopped: Eine nagelneue blaue
Suzuki GSF 600 N Bandit.
Da die Leute, mit denen ich von da an meine Touren machte, alle, für meine
damaligen Verhältnisse als Anfänger, immer recht flott unterwegs waren, merkte
ich bald, daß es nicht alleine das gemütliche Cruisen mit Tempo 80 über die
Landstraße ist, was dem Motorradfahren seinen Reiz verleiht und fand bald auch
Gefallen daran, mal etwas schneller um die eine oder andere Kurve zu fahren. Der
Spaß war um so größer, je größer auch die Schräglage war -seltsam ;o) Mit den
Worten eines guten Freundes im Ohr ( "Wenn Du mal meinst, du bist zu schnell in
einer Kurve, dann mach nicht den Anfängerfehler und fahr geradeaus in den Graben
sondern drücke sie noch weiter runter, das geht! Irgendwann setzen mal die
Rasten auf und selbst dann hast du noch Reserven" ), fuhr ich auch ziemlich
unbesorgt um alle Ecken. Ich glaube, daß mich dieser Rat auch vor einigem
bewahrt hat, denn solche Situationen habe ich gerade in den Anfängen mehr als
nur ein mal "erfahren" -und es hat wirklich immer geklappt, mit dem "noch weiter
runter".
....und so übte ich und übte und übte, bis ich nach ca 4 Monaten und. 5000km
Fahrpraxis die Schräglagengrenzen meiner Bandit relativ gut einzuschätzen wußte
und von da an auch ziemlich regelmäßig die Rasten über die Straße schleifen
ließ. Auf diese Weise hat es mich auch nur manchmal gestört, zwei Jahre lang mit
nur 34PS durch die Gegend fahren zu müssen.
Den traurigen Höhepunkt meiner "Motorradkarriere" erlebte ich am 1. August 2000
bei einer Fahrt über die schöne Nordschleife des Nürburgrings (wo sonst kann man
mal so ganz ohne Angst vor Radarkontrollen und ohne Gegenverkehr so richtig
schön schnell fahren?). Vor einer Linkskurve war ich 1. viel zu schnell, bin 2.
eine ganz schön mieserable Linie gefahren und hatte 3. ganz vergessen, daß ich
nur eine Bandit und kein Superbike untem Hintern hatte. Drei Wünsche auf einmal
!!?? "Das geht nun wirklich nicht!!" dachte sich wahrscheinlich meine Bandit und
beförderte mich durch Aushebeln über den Seitenständer mit ca. 120 Sachen ins
Kiesbett!
Ich selbst blieb bei der Aktion weitestgehend unverletzt (Prellungen, Zerrungen
und Blaue Flecken zählen nicht) und meine arme Bandit war ein paar Monate später
durch Hilfe eines Bekannten auch für rund 1000 Mark wiederhergestellt -es hätte
also schlimmer kommen können!
Mit durch diesen kleinen Unfall keineswegs getrübten Fahrspaß, fahre ich auch
seit Januar 2001 wieder und genieße das Motorradfahren als das was es ist: Die
schönste Nebensache der Welt!



 

Daniel ist Autor von:

Mein Comeback am Ring